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 Jung und Alt im Horst


Jung und Alt im Horst



[Zum Pressebericht vom 26. Januar 2005]

Verständnis füreinander wecken

Aktion „Jung und Alt im Horst" startet mit vier Themenkreisen - Weitere Treffen vereinbart

„Der Horst ist wichtig, und der Horst ist uns wichtig", betonte Bürgermeister Hans-Dieter Schlimmer bei der Auftaktveranstaltung zum Thema „Jung und Alt im Horst", die den Weg zu einem (noch) besseren Zusammenleben der 8000 Bürger des größten Landauer Stadtteils ebnen soll.

Dass die Verwaltung das Anliegen der Menschen ernst nimmt, demonstrierte sie mit einem Großaufgebot an Fachpersonal, das - von Vertretern der Kindergärten und Schulen über Gemeindearbeiter und Jugendpfleger bis hin zu Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei - aktiv an der Besprechung teilnahm, zu der Margret Grannemann-Böhme als Leiterin des „Quartiersmanagements Landau-Horst" am Montagabend in den Gemeindesaal der Lukaskirche eingeladen hatte.

Wie sehr die Sache den betroffenen Menschen am Herzen liegt, spiegelte sich nicht nur im großen Besucherandrang, sondern auch im Verlauf des Abends, der - beflügelt durch die geschmeidige Moderation von Hausherr Pfarrer Martin Risch - bereits zu greifbaren Ergebnissen führte.

Dabei ist der gemeinsame Nenner in diesem Stadtteil, der keine gewachsenen Strukturen kennt, durchaus weit gesteckt. Seit jeher muss hier zusammenwachsen, was - geschichtlich bedingt - nicht zusammengehört. So begann der Abend erst einmal mit einer Bestandsaufnahme. Ein gutes Dutzend „Funktionsträger" - außer den Vertretern der Verwaltung waren das der Kinderschutzbund und der Ausländerbeirat, der Eltern-Kind-Treff, die „Aktion unser Horst" sowie die Kirchengemeinden - stellten sich und ihre Arbeit vor Ort vor. Unter dem Motto „Wir wollen wissen, was sie bewegt" kam Bewegung in die Runde. Während die Fachberater als Ansprechpartner an fünf themenbezogenen Tischen Stellung bezogen, konnten die Bürger von Gruppe zu Gruppe wandern, um Ideen und Anregungen vorzutragen oder Ärgernisse und Ängste zu äußern. Auch die Quintessenz dieses Gedankenaustausches wurde anschließend an Ort und Stelle formuliert, sortiert und hinsichtlich weiterer Vorgehensweisen diskutiert: Es zeigte sich schnell, dass es nicht nur um den Dialog von Jung und Alt, sondern auch um den Austausch von Kulturen, Religionen und Sprache geht. Um das Wir-Gefühl auf allen Ebenen zu stärken, wurden letztendlich vier Themen für kommende Treffen herauskristallisiert:

„Kultur und Religion" heißt der Oberbegriff, der zum besseren Verständnis ausländischer Mitbürger beitragen, darüber hinaus aber auch den eigenen Glauben generationsübergreifend beleuchten soll. Sogar die historische Entwicklung der Kirchengemeinden im Horst will man ergründen.

„Straßen, Wege und Menschen" heißt der zweite übergeordnete Begriff. Hier will man bestehende Probleme anpacken, die mit Ruhestörung und ausgetretenen Straßenlampen, aber auch mit rücksichtlosem Fahrverhalten in der Tempo-30-Zone oder dem Parken auf Radwegen einhergehen. „Gestaltung von Spiel- und Freizeitmöglichkeiten im Horst" fasst vor allem die Anliegen der jüngeren Generation zusammen, die sich um die Verbesserung der Spielplätze und eine freundlichere Gestaltung des Danziger Platzes, um Ein-Euro-Jobs in Kindergärten und verstärkte „Elternhilfe" kümmern will.

Zu guter Letzt geht es um „Begegnungsmöglichkeiten zwischen Alt und Jung, die sich für beide Parteien wirklich lohnen". Weil die jungen Leute - wie ihre Abwesenheit an diesem Abend zeigte - halboffiziellen Pflichtveranstaltungen eher negativ, vielleicht auch unsicher, gegenüberstehen, hofft man hier auf positive Begegnungen im Freien. Ein Arbeitskreis wurde gebildet, der sich rasch hierzu Gedanken machen will. (ttg)

Kontakt

Das nächste Treffen findet am Montag, 7. März, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal der Lukaskirche statt. Thema wird die Gestaltung von Spiel- und Freizeitmöglichkeiten sein, wozu explizit auch die älteren Menschen beitragen sollen.

KONRADM / KONRADM

Weiter so

Von Brigitte Schmalenberg

Pfarrer Martin Risch hat Recht: „Im Horst lässt es sich leben." Wo so viele engagierte Menschen in Gruppen, Institutionen, Vereinen und Organisationen zum Wohl der Allgemeinheit und zur bewussten Förderung von Gemeinsamkeit zusammenarbeiten, kann es um den Einzelnen nicht schlecht bestellt sein. Diese in vielen Jahren, auch durch die Initiative „Menschen im Horst", erarbeitete Basis ist die Pflanze, aus der nun neue Triebe sprießen sollen. Sie gilt es zu hegen und zu pflegen, zu gießen und zu düngen, mitunter auch gerade zu biegen und von Ungeziefer zu befreien, auf dass die Wurzel gestärkt und das Wachstum gefördert werde. Mag mancher Ansatz - es gibt ein „Qualitätsmanagement" und ein „Bürgerterminal" - auch ein bisschen kühl und steril klingen, so verspricht die Absicht, die sich damit verbindet, doch pure Lebensqualität. Die Menschen im Horst haben das erkannt und nehmen die Zukunft beherzt in die Hand. Weiter so!

MUELLEE / MUELLEE

Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt
Datum: Nr.21
Datum: Mittwoch, den 26. Januar 2005
Seite: Nr.18

Spielend sich begegnen

Horst-Bewohner suchen nach Gemeinschaft

Von unserer Mitarbeiterin Brigitte Schmalenberg

Das Leben im Landauer Stadtteil Horst soll lebenswerter werden. Weil sich die große Gemeinschaft der 8000 Bürger, die hier ihre Heimat haben, nicht aus gewachsenen dörflichen Strukturen speist, begibt man sich auf die Suche nach einer Identität, die harmonisches Miteinander erleichtern kann.

In diesem Sinne hat Margret Grannemann-Böhme als Leiterin des Quartiersmanagements im Januar die Parole „Alt und Jung im Horst" ausgerufen. Die Resonanz war so groß, dass nun schon wochenlang in vielen Arbeitskreisen an dieser Zukunft gestrickt wird. „Der Horst als Lebensraum für Spiel und Freizeit - was können wir gemeinsam gestalten", lautete das Thema, das dabei die meisten Interessen bündelte. Erste Ergebnisse wurden am Montagabend im Gemeindesaal der Lukaskirche vorgestellt.

Dass sich zu diesem Termin auch eine Gruppe Jugendlicher einfand, galt den Veranstaltern als bester Beweis dafür, auf dem richtigen Weg zu sein. Denn gerade Teenager haben es im Horst nicht leicht - oder machen sie es den Senioren nicht leicht? Die Mofa- und Mopedfahrer standen vor ein paar Tagen wieder einmal schwer unter Beschuss, weil ihre Ratter- und Knatterkästen zu viel Lärm und Gestank produzieren. Und auch die Kicker am Dresdner Platz finden bei der älteren Generation wenige Fans. Bezirkspolizist Kurt Stengel nahm die massiven Beschwerden zum Anlass, die Jugendlichen einzuladen und ermunterte sie, die Chance am Schopf zu packen und ihre eigenen Vorstellungen vom „Horst als Lebensraum" zu entwickeln.

Da saßen sie nun und brachten ihre Wünsche auf den Punkt beziehungsweise auf jene Plakate, die von den einzelnen Gruppen zu diversen Vorschlägen ausgearbeitet werden sollten. Für Teenager Priorität hat ein Platz zum Grillen, Bolzen, Spielen und Zelten, der teilweise überdacht und somit bei jeder Wetterlage nutzbar sei sollte. Dafür haben sie das Freizeitgelände des städtischen Jugendtreffs ins Auge gefasst. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen sich die Jugendlichen auch selbst in die Pflicht nehmen lassen. Öffentlichkeitsarbeit möchten sie betreiben, Stadtratsmitglieder für ihr Vorhaben geneigt stimmen, Spenden sammeln. Die älteren Semester staunten und erhoben wenig Einwände. Kritischer standen sie einer unbeaufsichtigten Öffnung des Horstring-Schulhofs gegenüber. Schulleiter Norbert Rothhaas konnte da keineswegs von guten Erfahrungen sprechen, erklärte sich aber dazu bereit, unter bestimmten Bedingungen einen neuen Versuch zu wagen.

Frischer Wind soll auch über alte Spielplätze wehen. Vor allem junge Eltern wollen hier aktiv werden, für mehr Sauberkeit, eine größere Attraktivität und Funktionalität und vielleicht sogar für ein regelmäßiges Betreuungsangebot mit wechselnden Spielgeräten sorgen. Letzteres könnte Hand in Hand gehen mit den Bemühungen des Workshops „Betreuung", der sich um eine Vernetzung und Optimierung des Kindergarten- und Schulangebotes bemüht.

Eine andere Möglichkeit, füreinander da zu sein, sehen die Horst-Bewohner in einer Tauschbörse. Nach dem Motto: „Ich führe deinen Hund Gassi, wenn du mir dafür die Bilder aufhängst" könnte diese Institution vor allem für Menschen mit viel Zeit, doch wenig Geld eine Hilfe sein. Zeit, Freizeit, soll künftig ohnehin zu mehr Gemeinsamkeit führen. Schon tüftelt eine Arbeitsgruppe die Möglichkeiten für regelmäßige „Spiel-, Knoddel- und Werkelnachmittage" sowie die Einrichtung eines festen Stammtisches aus. Auch eine Wander- und eine Radlergruppe rüsten schon zur ersten Tour.

WAMBSGE / WAMBSGE

Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzer Tageblatt
Datum: Nr.59
Datum: Freitag, den 11. März 2005
Seite: Nr.17


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