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Sie sind hier: Startseite > Verwaltung > Baumschnitt Tuesday, 07. September 2010
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Obstbaumschnitt mit Profi-Infos und Exoten

Der Landauer Gartenbauingenieur und Autor des Buches "Obstbaumschnitt mit Profi-Infos und Exoten", Joachim Zech, erläuterte im Dorfgemeinschaftshaus Impflingen am 03. Februar 2005 im theoretischen Teil mittels DIA-Vortrag die Grundsätze des Baumschnitts für Kern-, Stein- und Beerenobst.


Beim praktischen Teil des Baumschnittkurses zeigte Herr Zech den Teilnehmern die unterschiedlichen Knospenformen



Bekämpfung von Blattläusen und Schnecken

Beim Vortrag des theoretischen Teils, gab Herr Zech einen Tipp zur Bekämpfung von Blattläusen und Schnecken, den er im Buch nicht erwähnt hat: Eine
Spritzbrühe aus 1 Liter Wasser, 1 Eßlöffel Spülmittel und 1/2 Teelöffel Salz

würde das Aufweichen der Läuse bewirken und sie durchlöchern.
Die Brühe, jede Woche um Beete gesprüht, würde auch Schnecken abhalten.
Das Mittel solle nicht bei Zimmerpflanzen angewendet werden.

Mit Genehmigung von Herrn Zech zeigen wir nachstehende Inhalte aus seinem Buch.




Inhaltsübersicht
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[weiter mit Mausklick auf nachstehende Themen]

Vorwort
Triebformen
Knospenformen
Pflanz- und Erziehungsschnitt
  • Pyramidenkrone
  • Hohlkrone
  • 3-Astkrone und Spalier
  • Spindel (Pillar)
  • Pflegeschnitt
  • Pflegeschnitt bei Baumobstarten
  • Pflegeschnitt beim Beerenobst
  • Pflegeschnitt bei Himbeeren
  • Obstarten
  • Apfel [Profi-Infos] [Pflege]
  • Birne [Profi-Infos] [Pflege]
  • Quitte [Profi-Infos] [Pflege]
  • Süßkirsche [Profi-Infos] [Pflege]
  • Sauerkirsche [Profi-Infos] [Pflege]
  • Zwetsche und Pflaume [Profi-Infos] [Pflege]
  • Mirabelle [Profi-Infos]
  • Reneklode [Profi-Infos]
  • Pfirsich und Nektarine [Profi-Infos] [Pflege]
  • Aprikose [Profi-Infos]
  • Mandel [Profi-Infos]
  • Schädlinge und Krankheiten bei Kernobst
  • Stachelbeere [Profi-Infos] [Pflege]
  • Himbeere [Profi-Infos] [Pflege]
  • Tayberry
  • Josta
  • Indianerbanane
    Okulieren (Augenveredelung)



    Kiwis (Yang Tao) Sorte Hayward Nashi (Asienbirne) Sorte Hosui


    Vorwort ............................................................................

    Die Profis im Obstbau
    machen es allen schon lange vor:

    Mit fachgerechtem Schnitt, reichtragenden Sorten auf schwachwachsenden Unterlagen und mit wenig Düngung ist jede Obstart schon im 2 oder 3. Standjahr in Ertrag zu bringen. Besonders kleine Bäume mit einer Höhe von 2,5m bis 3,5m bringen frühe und regelmäßige Erträge auch für den Hobbygarten. Mit einigen Tricks lassen sich auch bei Alternanzsorten, wie roter Boskoop oder Delbar und Elstar jedes Jahr reiche Erträge erzielen. Die Früchte aller Obstarten weisen bei richtiger Pflege einen stark erhöhten Vitamin-C Gehalt und besseres Aroma auf und halten sich bei weniger Stickstoffdüngung wesentlich länger.

    Durch neue Mutanten (natürliche Erbveränderungen) oder Züchtungen kommen immer mehr und oft auch bessere Neuheiten auf den Markt und in die Baumschulen, die auch in kühleren Regionen schöne, farbenprächtige Früchte hervorbringen und die Genußreife optimal beeinflussen.

    Schädlinge und Krankheiten können auch mit umweltschonenden Mitteln in Schach gehalten werden, damit rückstandsfreie Früchte garantiert sind.

    Unter der Rubrik Profi-Infos für Hobbygärtner, sind für jede Obstart Tipps und wissenswerte Erfahrungen über Sorten, Unterlagen, Pflanzzeiten, Problemkrankheiten und -schädlinge, Nährstoffbedarf und Düngung sowie Befruchtungsverhältnisse aufgeführt. Neueste Pflanzsysteme, wie die Erziehung und Verwendung von Knip-Bäumen werden in Wort und Bild vorgestellt.

    Sogar seltene, bisher in Deutschland noch wenig verbreitete Exoten aus aller Welt, lassen sich in günstigen Klimaten mit einiger Sachkenntnis bei uns erfolgreich kultivieren.

    Bewußt werden außer den leicht verständlich servierten Schnittmaßnahmen für jede angebaute Obstart zusätzliche Informationen angeboten, die für den Hobbygärtner interessante und wichtige Details in komprimierter Form enthalten.

    Intensive Kontakte und Verbindungen zu diversen Forschungs-, Lehr- und Versuchsanstalten in ganz Europa und zu führenden Praxisprofis auf dem Obstsektor, machten die Fülle der durch langjährige Versuchsarbeit gesicherten neuen Erkenntnisse möglich, die dieses Buch bietet.

    Joachim Zech, Landau



    Triebformen
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    Die einzelnen Triebformen bestimmen den Aufbau des Baumes und vor allem die Ausbildung von Blüten- bzw. Fruchtknospen oder Blatt- bzw. Triebknospen. Bei der Pyramidenkrone wird die Baumhöhe durch den Haupt- bzw. Mitteltrieb (grün gepunktet) festgelegt. Die Kronen bzw. Seitenleittriebe (grün schraffiert) bilden mit dem Haupttrieb die Krone. Am Haupttrieb entstehen öfter gleich starke Triebe, die man Konkurrenz- oder Alterleittriebe (blau) nennt. Diese werden immer entfernt.


    Peitschentrieb bei Sauerkirschen (oben)
    Wahrer (unten) und
    unwahrer Fruchttrieb
    bei Pfirsichen
    und Nektarinen

    An den Kronentrieben, am Haupttrieb und auch an den Seitenleittrieben kommt es jedes Jahr zur Bildung von Wasserschossen (blau), die unbedingt weggeschnitten werden müssen. In allen Baumteilen findet man Fruchtspieße (grün), die etwa scherenlang sind und meistens mit einer Terminalknospe besetzt sind. Diese werden, auch wenn sie steiler stehen, nicht abgeschnitten.




    Die wichtigsten Triebe für den Profi oder Hobbygärtner sind die Fruchttriebe (grün). Sie sind waagrecht oder leicht schräg mit vielen Blütenknospen bestückt und haben oft am Ende eine Terminalknospe. Sie werden nicht vorn abgeschnitten, sondern erst, nachdem sie Früchte getragen haben und nach unten hangen. Dann werden sie nach der Ernte oder im Winter auf einen jüngeren waagrechten Trieb abgeleitet (siehe Pflegeschnitt).

    Die hier vorgestellten Triebformen sind bei allen Baumobstarten zu finden. Bei Sauerkirschen, Pfirsichen und Nektarinen (linke Seite) kennt man noch weitere Triebe. Während man bei Sauerkirschen die so genannten Peitschentriebe entfernt, lässt man bei Pfirsichen und Nektarinen nur die wahren Fruchttriebe, die immer drei Knospen nebeneinander aufweisen, ungeschnitten. Die unwahren Fruchttriebe mit nur jeweils einer Knospe werden weg geschnitten.

    Das Beerenobst wird nur in Haupt- und Seitentriebe unterteilt.





    Knospenformen
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    Das Erkennen der einzelnen Knospenformen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den richtigen Obstbaumschnitt. Auch der Laie kann leicht und schnell die Unterschiede zwischen Blüten- (Fruchtknospe) und Blatt- (Triebknospe) feststellen.







    Blüten- bzw. Fruchtknospe
    Bei Kernobst dick und rund, bei Stein- und Beerenobstkleiner und spitzer
    Blatt- bzw. Triebknospe

    Bei allen Obstarten dünn und spitz.
    Terminal- bzw. Endknospe

    Immer am Ende von Trieben und Zweigen. Sehr dick und rund.
    Bukettknospe

    Ansammlung von mehreren Blütenknospen. Vor allem beim Steinobst (Süßkirsche, Mirabelle, Zwetsche). .
    Adventivknospe

    Zunächst unsichtbare Zellbündel im Rindengewebe. Beim Rückschnitt entstehen hieraus neue Triebe.






    Pflanz- und Erziehungsschnitt
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    a) bei der Pyramidenkrone

    Zur Pyramidenkrone sucht man sich beim Pflanzschnitt 3 bis 4 der stärksten Kronentriebe (Seitenleittriebe), die leicht schräg stehen aus und schneidet sie um die Hälfte zurück. Der Haupttrieb wird soweit zurück geschnitten, dass er die Kronentriebe um Scherenlänge überragt. In den beiden folgenden Jahren werden die Kronentriebe nochmals um etwa ein Viertel zurück geschnitten: immer auf eine Knospe, die nach außen steht. Alle anderen Triebe, die waagrecht stehen, bleiben ungeschnitten, Steiltriebe werden entfernt.




    b) bei der Hohlkrone

    Für die Hohlkrone nimmt man 3 bis 4 starke Kronentriebe (Seitenleittriebe), die leicht schräg stehen und schneidet sie um die Hälfte auf eine Knospe nach außen zurück. In den folgenden 2 bis 3 Jahren werden die Kronentriebe um etwa ein Viertel zurück geschnitten. Der Haupt- (Mitteltrieb) wird direkt über dem letzten Kronentrieb entfernt. Triebe, die waagrecht oder leicht schräg stehen, bleiben ungeschnitten. Steiltriebe werden entfernt




    c) bei der 3-Astkrone und beim Spalier

    Hier werden 3 starke Triebe ausgesucht. Der Mitteltrieb wird um die Hälfte zurück geschnitten, die beiden starken Seitenleittriebe (Kronentriebe) werden am Drahtgerüst waagrecht oder in einem Winkel von 45° befestigt und eben falls um die Hälfte zurück geschnitten. In den folgenden 2 bis 3 Jahren schneidet man die Neutriebe um etwa ein Viertel zurück. Steiltriebe werden entfernt. Waagrechte Triebe werden nicht zurück geschnitten.




    d) bei der schlanken Spindel (Pillar)

    Beim Pflanzschnitt wird hier nur der Haupttrieb um ein Viertel zurück geschnitten, die Seitentriebe bleiben ungeschnitten. In den nächsten 2 bis 3 Jahren wird der Haupttrieb nicht mehr abgeschnitten. Die Seitentriebe werden waagrecht gebunden und ebenfalls ungeschnitten gelassen. Bei Knipbäumen wird beim Pflanzen nichts zurück geschnitten. Voraussetzung hierfür ist eine kontinuierliche Bewässerung. Container-Bäume werden grundsätzlich nicht zurück geschnitten.






    Pflegeschnitt
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    Ab 3 Standjahr setzt bei den Baumobstarten und auch beim Beerenobst der Pflegeschnitt ein. Eine Ausnahme bilden schlanke Spindeln, die schon im 2. Jahr nicht mehr durch einen Erziehungsschnitt zurück geschnitten werden. Hier entfernt man nur noch Wasserschosse oder bei Bedarf im oberen Drittel zu starke Seitentriebe. Diese werden auf Zapfen (Pillarzapfen) von ca. 2cm Länge zurück geschnitten. Meistens wird der Hobbygärtner durch ältere Fachbücher mit Schnittgesetzen oder komplizierten Schnittmethoden regelrecht verunsichert. Deshalb sollte der Pflegeschnitt beim Baumobst ab 3. Standjahr nach folgenden Schnittregeln erfolgen:

    1. Alle Wasserschosse (Steiltriebe) werden raus geschnitten oder beim Sommerschnitt im Juni rausgerissen.
    2. Jüngere Triebe (1- oder 2-jährig), die waagrecht oder leicht schräg stehen werden nicht zurück geschnitten. Dasselbe gilt für Fruchtspieße, auch wenn sie senkrecht stehen. Zu dicht stehende Seitentriebe lichtet man aus.
    3. Triebe oder Äeste, die sich kreuzen, reiben oder nach innen wachsen, werden entfernt.
    4. Abgetragene Triebe, die schon Früchte hatten und nach unten hängen, werden ebenfall raus geschnitten oder auf jüngere waagrechteTriebe abgeleitet (rot gestrichelt)



    Pflegeschnitt beim Beerenobst

    1. Haupttriebe nicht einkürzen. Nach 5-6 Jahren ältere Triebe raussägen und die Höchstzahl der jüngeren Triebe (4-10) je nach Beerenobstart begrenzen.
    2. Seitentriebe nur bei Brombeeren auf 2 Knospen einkürzen. Zu dicht stehende Seitentriebe werden ausgelichtet.
    3. Zu hohe Büsche (über 1,70m) kann man auf waagerechte Triebe ableiten.



    Pflegeschnitt bei Himbeeren

    Himbeeren werden auf 10 Ruten (Haupttriebe) pro laufenden Meter begrenzt bzw. bei Herbsthimbeeren im zeitigen Frühjahr direkt über dem Boden abgeschnitten.






    Obstarten
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    Apfel
    Kernobst
    Der obere Trieb zeigt einen Fruchttrieb mit dicker Terminalknospe (Endknospe). Der untereTrieb zeigt einen Fruchtspieß mit Terminalknospe und einer Fruchtknospe. Beide Fruchttriebe dürfen nicht eingekürzt werden. Hier wachsen jedes Jahr die besten Früchte.

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind James Crieve (früh), Alkmene, Roter Berlepsch, Goldparmäne, Roter Boskoop, Jonagold, Rubinette, Elstar, Ciala und Idared. Neuere Sorten sind Astramel (früh), Discovery (früh), Delcorf, Pinova. Topaz, Resi und Rubinola sind schorfresistent. Für Weinbaugebiete Braeburn und Fuji.
    Beste Unterlagen: Für Hochstämme: Sämling, für kleinere Bäume: M9 bei Lehmböden, bei sandigen Böden M26, MM106, M7 und A2.
    Beste Pflanzzeit: November bis März; im Container ganzjährig. Beste Kronenform: Pyramidenkrone für Hochstämme und schlanke Spindel für kleinere Bäume.
    Problemkrankheiten: Mehltau, Schorf, Feuerbrand
    Problemschädlinge: Blattläuse, Apfelwickler (Obstmade), Rote Spinne
    Düngung: Nur alle2-3 Jahre Volldünger (20gr/m2)
    Befruchtungsverhältnisse: Alle Sorten sind selbst unfruchtbar (selbst steril), brauchen jeweils eine Befruchtersorte. Jonagold, Boskoop und Mutsu scheiden als Befruchter aus.




    Das Foto zeigt einen Kronentrieb mit vielen Wasserschossen (Steiltrieben). Sie werden im Winterhalbjahr oder schon beim Sommerschnitt (Juni, Juli) entfernt. Die durch eine rote Pfeilspitze gekennzeichneten Triebe werden weg geschnitten. Bei so starker Triebbildung sollte man erst im März schneiden und jede Stickstoffdüngung unterlassen.



    Obstarten
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    Birne
    Kernobst

    Der obere Trieb zeigt Blatt- bzw. Triebknospen. Bei steilerer Stellung wird er ganz weg geschnitten. Am unteren Trieb wurde eine Terminalknospe am Fruchtspieß gebildet, aus der 5-7 Blüten und später Früchte entstehen. Dies Terminalknospen werden nicht abgeschnitten.

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind: Clapps Liebling (früh), Williams Christ (beste Einmachbirne), Vereinsclechants (sehr gutes Aroma), gute Luise, Alexander Lukas, Gellerts Butterbirne und Winterforelle. Neuere Sorten sind: Concorde und Narrow Sweet.
    Beste Unterlagen: Für Hochstämme: Sämling; für kleinere Bäume: Quitte A, Quitte C (frostempfindlich) und Adams.
    Beste Pflanzzeit: November bis März oder bei Container-Ware ganzjährig.
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone für Hochstämme; für kleinere Bäume: schlanke Spindel und Spalier
    Problemkrankheiten: Schorf, Feuerbrand und Gitterrost
    Problemschädlinge: Blattsauger und Obstmade
    Düngung: Birnen brauchen keinen Stickstoffdünger, nur bei zu wenig Neutriebbildung (unter 25cm) alle 2-3 Jahre Volldünger (20 gr je m2).
    Befruchtungsverhältnisse: Alle Birnensorten sind selbst- unfruchtbar und benötigen eine Befruchtersorte. Alexander Lukas scheidet als Befruchter aus



    Das Foto zeigt einen Seitentrieb mit vielen Wasserschossen (Steiltrieben). Alle Wasserschosse werden im Winterhalbjahr oder schon beim Sommerschnitt (Juni, Juli) entfernt. Bei starker Triebbildung sollte man erst im März, April schneiden und jede Stickstoffdüngung unterlassen. Die nach unten hängenden Fruchttriebe bleiben ungeschnitten. Die durch eine rote Pfeilspitze gekennzeichneten Triebe werden weg geschnitten.



    Obstarten
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    Quitte
    Kernobst

    Der obere Trieb ist ein Seitentrieb mit Blatt-und Triebknospen. Bei steilerer Stellung wird er entfernt. Der untereTrieb hat Kurztriebe mit Terminalknospen. Hier entstehen Blüten und Früchte. Diese Triebe werden nicht zurückgeschnitten.

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Die altbewährten Quittensorten sind alle feuerbrandanfällig. Völlig unanfällig (resistent) ist die Neuheit Cydora robusta. Sie ist birnenförmig und reich tragend. Schon 1 Jahr nach der Pflanzung trägt sie viele Früchte.
    Beste Unterlagen: Quitte A
    Beste Pflanzzeit: Im zeitigen Frühjahr oder ganzjährig bei Containerpflanzen.
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone bei Hochstämmen; schlanke Spindel bei kleineren Bäumen
    Problemkrankheiten: Bei alten Sorten: Feuerbrand
    Problemschädlinge: In manchen Jahren Blattläuse und Obstmade
    Düngung: Wenig Düngung; kein Stickstoffdünger.
    Befruchtungsverhältnisse: Quitten sind selbstfruchtbar (selbstfertil)



    Das Foto zeigt einen Kronentrieb mit vielen Wasserschossen (Steiltrieben). Alle Wasserschosse werden im Winterhalbjahr oder schon beim Sommerschnitt (Juni, Juli) entfernt. Bei starker Neutriebbildung sollte man erst im März, April schneiden.



    Obstarten
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    Süßkirsche
    Steinobst

    Der obere Trieb hat nur Blatt- und Triebknospen. Bei steilerer Stellung wird er entfernt. Am unteren Trieb haben sich viele Bukettknospen gebildet, aus denen viele Blüten und Früchte entstehen. Diese Triebe werden, im Gegensatz zur Abbildung, vorn nicht abgeschnitten. .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind Burlat (früh), Schneiders, Schwarze Knorpel und Hedelfinger. Sehr gute Neuheiten sind: Earlise (früh), Hardy Giant, Kordia, Regina, Bigalise (sehr groß) und Sunbirst.
    Beste Unterlagen: Für Hochstämme: Vogelkirsche; für kleinere Bäume: Colt, Maxma 14 und vor allem Gisela 5
    Beste Pflanzzeit: November bis März oder ganzjährig bei Containerbäumen.
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone für Hochstämme; schlanke Spindel für kleineren Bäume
    Problemkrankheiten: Monilia (Spitzendürre)
    Problemschädlinge: Blattläuse, Kirschfruchtfliege (Maden) und Vögel
    Düngung: Wenig oder kein Stickstoff! Volldünger alle 2-3 Jahre. Bei gelben Blättern (Chlorose) Fetrilon Combi im Juni düngen.
    Befruchtungsverhältnisse: Die meisten Sorten sind intersteril, benötigen also eine passende Befruchtersorte. Sunbirst ist selbstfruchtbar.



    Das Foto zeigt einen Kronentrieb mit vielen Wasserschossen (Steiltrieben) und Fruchttrieben. Um die Krone zu öffnen und die Höhe des Baumes zu regulieren leitet man, siehe oberer Pfeil, den Kronentrieb auf einen fast waagerechten Fruchttrieb ab. Die Wasserschosse (Stteiltriebe) werden, siehe rote Pfeilspitzen, entfernt. Süßkirschen dürfen nicht im Frühjahr geschnitten werden, da der Baum aus den noch nicht verheilten Schnittwunden viel Saft verliert, er blutet. Die Wunden sollten unbedingt mit Lac Balsam verstrichen werden.



    Obstarten
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    Sauerkirsche
    Steinobst

    Der obere Trieb zeigt Symptome der Spitzendürre (Monilia). Der untere Trieb ist ein Peitschentrieb, der nur an der Spitze Knospen hat, ansonsten aber verkahlt ist. Beide Triebe werden entfernt. .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind Ludwigs Frühe, Beutelspacher, Morellenfeuer und Schattenmorelle. Die beste Neuheit ist Cerema; sie ist resistent gegen Spitzendürre (Monilia).
    Beste Unterlagen: Für leichte, sandige Böden: Weichselkirche; für bessere, lehmige Böden: Vogelkirsche
    Beste Pflanzzeit: November bis März oder ganzjährig bei Containerbäumen.
    Beste Kronenform: Hohlkrone (siehe Seite 13)
    Problemkrankheiten: Spitzendürre (Monilia)
    Problemschädlinge: Blattläuse
    Düngung: Sauerkirschen benötigen hohe Stickstoffgaben innerhalb der Kronentraufe entweder als Kalkstickstoff im Februar oder als Kalkammonsalpeter im März, April. Hornspäne und Rizinusschrot oder kompostierter Pferdemist sind ebenfalls gut geeignet.
    Befruchtungsverhältnisse: Alle Sauerkirschsorten sind selbst fruchtbar (selbst fertil).



    Das Foto zeigt einen Kronentrieb bei Sauerkirschen. Um die Krone zu öffnen und die Baumhöhe zu regulieren begrenzen leitet man den Kronentrieb auf einen nach außen stehenden Trieb ab (rote Pfeile). Bei Sauerkirschen sollte man bis zur Hälfte des Kronentriebes zurück schneiden. Triebe, die ins Innere des Baumes wachsen, werden ebenfalls entfernt. Die verbleibenden Einzeltriebe, auch wenn sie steil stehen, werden nicht zurückgeschnitten. Die Wunden sollten unbedingt mit Lac Balsam verstrichen werden.



    Obstarten
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    Zwetsche und Pflaume
    Steinobst

    Der obere Trieb hat vor allem Blatt- und Triebknospen und nur an der Spitze einige dickere Blütenknospen. Solche Triebe werden bei steilerem Wuchs oder bei dichterer Krone entfernt. Der untere Trieb ist vollbesetzt mit Fruchtspießen, die viele Blütenknospen (Bukettknospen) haben. Hier wird nicht geschnitten! .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind: Ruth Gerstetter (früh), Ersinger (früh), Auerbacher, Bühler, Hauszwetsche, Ortenauer, gelbe Eierpflaume. Sehr gute Neuheiten sind: Herman (früh), Katinka (früh), Hanita, Elena, Presenta, Tophit (sehr groß) und Top2000.
    Beste Unterlagen: Für Hochstämme: Myrobalane (Sämling); für kleinere Bäume: St. Julien A, 655/2, und vor allen Dingen Fereley.
    Beste Pflanzzeit: November bis März oder ganzjährig bei Containerbäumen.
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone für Hochstämme; für kleinere Bäume: Tellerkrone, Pfälzer Hecke und Schlanke Spindel.)
    Problemkrankheiten: Scharka (Auerbacher, Ortenauer, Hauszwetsche), Schrotschuß und Narrentaschen.
    Problemschädlinge: Blattläuse, Pflaumenbohrer.
    Düngung: Wenig Stickstoff, Volldünger alle 2-3 Jahre.
    Befruchtungsverhältnisse: Sortenunterschiedlich. (selbst fertil).



    Das Foto zeigt einen Kronentrieb mit Wasserschossen (Steiltrieben) und Fruchttrieben. Alle Steiltriebe, mit roten Pfeilen gekennzeichnet, werden im Winterhalbjahr oder beim Sommerschnitt (Juni, Juli) entfernt



    Obstarten
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    Mirabelle
    Steinobst

    Der obere Trieb ist vor allem mit Blattknospen besetzt. Diese Triebe werden bei steilerer Stellung weg geschnitten. Am unteren Trieb sitzen Fruchtspieße mit Blütenknospen. Hier wird nicht geschnitten. .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind Nancy Mirabelle und Metzer Mirabelle. Beste Neuheiten heißen Bella Mira und Mira grande. Beide Neuzüchtungen werden größer als die älteren Sorten und sind sehr süß.
    Beste Unterlagen: Für Hochstämme: Myrobalane (Sämling); für kleinere Bäume: 655/2 und Fereley.
    Beste Pflanzzeit: November bis März; bei Containerbäumen ganzjährig.
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone oder Hohlkrone; bei kleineren Bäumen: Schlanke Spindel
    Problemkrankheiten: Spitzendürre (Monilia)
    Problemschädlinge: Blattläuse
    Düngung: Wenig Stickstoff, Volldünger alle 2-3 Jahre.
    Befruchtungsverhältnisse: Mirabellen sind selbstfruchtbar (selbstfertil).



    Obstarten
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    Reneklode
    Steinobst

    Der obere Trieb ist einjährig und mit Blattknospen besetzt. Bei steilerer Stellung wird er weg geschnitten. Der untere Trieb hat an kurzen Fruchtspießen viele Blütenknospen und bleibt ungeschnitten. Bei Mirabellen und Renekloden werden, ähnlich wie bei Zwetschen und Pflaumen, die Wasserschosse (Steiltriebe) entfernt. .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind: Quillings Reneklode, Große Grüne Reneklode und Graf Althans.
    Beste Unterlagen: Bei Hochstämmen: Myrobalane (Sämling); bei kleineren Bäumen: 655/2 und Fereley.
    Beste Pflanzzeit: November bis März, bei Containerbäumen ganzjährig
    Beste Kronenform: Pyramidenkrone oder für kleinere Bäume: Schlanke Spindel
    Problemkrankheiten: Seltener Spitzendürre (Monilia)
    Problemschädlinge: Blattläuse
    Düngung: Wenig Stickstoff, Volldünger alle 2-3 Jahre.
    Befruchtungsverhältnisse: Renekloden sind selbstunfruchtbar (selbststeril). Gute Befruchter sind einige Zwetschesorten (Ersinger oder Herman).



    Obstarten
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    Pfirsich und Nektarine
    Steinobst

    Der obere Trieb ist ein unwahrer Fruchttrieb mit nur jeweils einer Knospe. Diese Triebe werden entfernt, weil sie kleine Früchte bringen. Der untere Trieb ist ein wahrer Fruchttrieb mit jeweils 3 Knospen nebeneinander. Diese Triebe werden nicht zurück geschnitten, weil aus ihnen große Früchte entstehen. .

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Pfirsichsorten: Roter Ingelheimer (früh), Red Haven (gelbfleischig), Roter Eilerstädter (spät, weißfleischig). Neuheiten sind Maycrest (früh) und Benedicte (weißfleischig).
    Beste Nektarinensorten Nektared 4 und 6, Nerine
    Beste Unterlagen für Pfirsich und Nektarine: Fereley und Pumiselekt
    Beste Pflanzzeit: Im zeitigen Frühjahr, Containerbäume ganzjährig
    Beste Kronenform für Pfirsich und Nektarine: Hohlkrone
    Problemkrankheiten: Kräuselkrankheit (Bekämpfung unbedingt schon Ende Februar)
    Problemschädlinge: Blattläuse
    Düngung: Viel Stickstoff! Entweder als Kalkstickstoff im Februar oder als Kalkammonsalpeter im März (30grje m2)
    Befruchtungsverhältnisse: Pfirsiche und Nektarinen sind selbstfruchtbar.



    Das Foto zeigt einen Kronentrieb vom Pfirsich mit einjährigen Trieben. Beim Schnitt wird der ganze Trieb um die Hälfte zurück geschnitten (siehe roter Pfeil). Alle verbleibenden wahren Fruchttriebe, auch wenn sie steiler stehen, bleiben ungeschnitten. Die unwahren Fruchttriebe, mit jeweils nur einer Knospe, die kürzer und schwächer sind, werden entfernt. Auch die Fruchtmumien (vertrocknete Früchte) müssen weg gebrochen werden. Die Schnittstellen sollten unbedingt mit Lac Balsam verstrichen werden. Für die Nektarine gilt derselbe Schnitt.



    Obstarten
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    Aprikose
    Steinobst

    Der obere Trieb hat Blatt- und Blütenknospen. Am unteren Trieb dominieren die Blütenknospen. Hier entstehen die besten Früchte. Diese Triebe werden nicht raus geschnitten. Aprikosenbäume sollten wenig geschnitten werden. Nur starke Wasserschosse (Steiltriebe) schneidet man weg. Die Schnittwunden sollten unbedingt mit Lac Balsam verstrichen werden.

    Profi-Infos für Hobbygärtner

    Beste Sorten: Altbewährte Sorten sind Mombacher Frühe und Ungarische Beste. Sehr gute Neuheiten sind: Goldrich, Hargrand und Orangered.
    Beste Unterlagen: St. Julien A und Fereley.
    Beste Pflanzzeit: März oder ganzjährig bei Containerbäumen
    Beste Kronenformen: Pyramidenkrone oder am Haus Spalier
    Problemkrankheiten: Aprikosensterben (ganze Äste und später auch der Baum sterben ab). Eine Bekämpfung dieser Krankheit ist nicht möglich.
    Problemschädlinge: Seltener: Blattläuse
    Düngung: Kein Stickstoffdünger, alle 5 Jahre Volldünger
    Befruchtungsverhältnisse: Aprikosen sind selbstfruchtbar, tragen aber oft unregelmäßig. Nur warme Standorte garantieren gleichmäßige Erträge. Durch die frühe Blüte gibt es oft Schäden durch Spätfröste.



    © 2004 Jochen Wambsganß
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